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Relative Stärke Index

Der Relative-Stärke-Index wurde von Welles Wilder entwickelt und gehört zu den wichtigsten Oszillatoren. Sein Prinzip beruht auf dem Verhältnis von aufwärtsgerichteten Kursimpulsen zu abwärts gerichteten Marktbewegungen. Der RSI wird über unterschiedlichste Zeithorizonte berechnet. Er gehört zum Standardrepertoire einer jeden Forex-Charting-Software.

Der RSI versucht, überkaufte und überverkaufte Marktsituationen zu erkennen. Er darf keinesfalls verwechselt werden mit dem Konzept der Relativen Stärke nach Levy. Letztere wird vor allem bei der Analyse der Aktien- und Rentenmärkte verwendet und vergleicht die Dynamik einer Kursbewegung mit der eines anderen Marktes. Der RSI hingegen bezieht sich auf die innere Stärke eines Trends. Der RSI verläuft immer zwischen 0 und 100, weil er so skaliert ist. Ein Wert von 100 indiziert einen sehr starken Aufwärtstrend. Der Maximalwert kann nur erreicht werden, wenn in der betrachteten Zeitperiode ausschließlich steigende Kurse zu beobachten sind. Umgekehrt wird der Minimalwert von 0 nur dann erreicht, wenn die Kurse im Betrachtungszeitraum ausschließlich nachgeben. Halten sich Aufwärts- und Abwärtsimpulse exakt die Waage, liegt der RSI bei 50.

Die gängige Meinung unter Technischen Analysten sieht einen überkauften Markt bei RSI-Werten oberhalb von 70 und einen überverkauften Markt bei Werten unter 30. Der RSI eignet sich sehr gut dazu, binnen kurzer Zeit die markttechnische Situation vieler verschiedener Währungspaare miteinander zu vergleichen. Die Berechnung des RSI beginnt mit der Bildung zweier Durchschnitte. Zunächst wird die Summe aller aufwärtsgerichteten Schlusskurse eines Betrachtungszeitraums durch die Anzahl der Perioden dieses Betrachtungszeitraums dividiert. Ebenso wird mit den abwärts gerichteten Schlusskursen verfahren. Die beiden Durchschnitte werden dann zueinander ins Verhältnis gesetzt (Aufwärtskurse geteilt durch Abwärtskurse). Das Ergebnis ist die Relative Stärke RS. Um von dieser zum Relative Stärke Index (RSI) zu gelangen, wird zunächst eine Eins addiert. Das so erreichte Ergebnis wird durch 100 dividiert und dann von 100 subtrahiert. Die umständlichen letzten Schritte sind erforderlich, weil der RSI skaliert wird.

Der RSI ist ein sehr effektiver Indikator. Er bildet für gewöhnlich Tops und Bösen aus, bevor der Markt selbst dies tut. Trader können so frühzeitig erkennen, wenn sich eine Richtungsänderung anbahnt. Ebenfalls sehr hilfreich sind Chart-Formationen, die der Index selbst bildet. Auch Widerstands- und Unterstützungszonen sind auf dem RSI-Chart oft besser zu erkennen als auf dem Markt-Chart selbst. Die wertvollste Anwendung des RSI sind jedoch Divergenzen zwischen Marktentwicklung und Indikatorverlauf. Treiben die Kurse impulslos dahin und steigt der RSI dennoch an, ist dies ein Signal für einen bevorstehenden Wendepunkt.

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