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Zinsen am Geldmarkt

Der Geldmarkt ist der Markt für kurzfristige Geldleihen. Die Akteure auf diesem Markt sind im Wesentlichen Geschäftsbanken, institutionelle Anleger und die Zentralbank. Die Zinsen am Geldmarkt – also die kurzfristigen Zinsen eines Währungsraumes – werden sehr stark von der Zentralbank beeinflusst.
Diese kann Banken Geld für einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten leihen und dafür einen Zinssatz bestimmen. Dieser Zinssatz ist dann die Obergrenze für Geldleihen am Geldmarkt – keine Bank wird sich irgendwo Geld leihen, wo der Zins höher ist als bei der Zentralbank.

Die Zentralbank kann darüber hinaus einen Zinssatz festlegen, zu dem Banken bei ihr Geld anlegen können. Diese Anlagen werden für einen Zeitraum von einem Tag, also „über Nacht“ bei der Notenbank getätigt. Dieser Zinssatz ist die Untergrenze für Geldleihen mit der Dauer von einem Tag – keine Bank wird Geld über Nacht dort anlegen, wo weniger Zinsen gezahlt werden als bei der Zentralbank. Die ständigen Fazilitäten der Zentralbank, wie diese Zinssätze auch genannt werden, sind jedoch nicht die einzigen Zinssätze am Geldmarkt, weil die Notenbank nicht alle Zeiträume abdeckt und Banken, die sich bei ihr Geld leihen, dieses durch die Hinterlegung von Wertpapieren besichern müssen.

Für den Devisenmarkt sind deshalb auch die Zinsen von Geldleihen zwischen Geschäftsbanken, die unbesichert sind und sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, von Bedeutung. Die beiden wesentlichen Zinsbarometer im Euroraum dafür sind der EONIA und der EURIBOR. Der EONIA-Zinssatz (EONIA= Euro Overnight Index Average) ist ein Zinssatz, der sich auf unbesicherte Geldleihen zwischen Banken über Nacht bezieht. Er setzt sich aus den konkret gezahlten Zinsen zusammen, die 43 große Banken in Europa einmal täglich der EZB mitteilen. Der EONIA-Zinssatz wird täglich zwischen 18:45 und 19:00 von der Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht.

Der EURIBOR-Zinssatz (EURIBOR= European Interbank Offered Rate) ist ein Zinssatz, der sich auf Termingelder am Geldmarkt bezieht. Er wird für Geldleihen zwischen Banken mit Laufzeiten von 1,2,3,6 und 12 Monaten. Es gibt demnach einen 1-Monats-EURIBOR ebenso wie einen Sechs- oder Zwölf-Monats-EURIBOR. Der Zins wird ähnlich dem EONIA aus den Meldungen von europäischen Banken berechnet. Die Veröffentlichung erfolgt durch die Nachrichtenagentur Reuters gegen 11:00 MEZ.

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