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Zinsen am Rentenmarkt

Der Rentenmarkt ist der Markt, an dem verzinsliche Wertpapiere gehandelt werden. Dazu zählen etwa Staatsanleihen, Schuldverschreibungen von Banken und Großunternehmen oder Pfandbriefe. Die Laufzeit der Anleihen am Rentenmarkt kann sich von wenigen Monaten bis hin zu mehreren Jahrzehnten erstrecken.

Für die Geschehnisse am Devisenmarkt ist die Zinsentwicklung am Rentenmarkt von großer Bedeutung: Sie gibt an, wie viel Geld sich mit der Anlage in einer bestimmten Währung verdienen lässt. Wer die Entwicklung der Wechselkurse und deren Hintergründe verstehen will, muss deshalb nachvollziehen können, was den Rentenmarkt bewegt. Am Rentenmarkt gilt, was auch am Geldmarkt Gesetz ist: Die wesentliche Größe, die für Bewegungen der Kurse am Forex Markt verantwortlich ist, ist die Erwartung der Marktteilnehmer hinsichtlich des künftigen Verhältnisses der Zinsniveaus zweier Währungsräume.

Der Zinssatz eines verzinslichen Wertpapieres ergibt sich aus der Rückzahlung inklusive Zinsen bei Fälligkeit und dem Kurs, zu dem es erworben werden kann. Der Zusammenhang zwischen Zins und Kurs ist dabei einfach: Je höher der Kurs einer Anleihe (bei fixem Nennwert und Kupon) desto niedriger der Zins et vice versa. Steigen also die Kurse am Rentenmarkt an, sinken die Zinsen. Das Zinsniveau am Rentenmarkt ist in der Regel deutlich weniger abhängig von der Geldpolitik der Zentralbank als es am Geldmarkt der Fall ist. Eine Ausnahme ergibt sich, wenn die Notenbank massiv in den Markt eingreift und beispielsweise Anleihen in großem Stil aufkauft, um die Kurse zu stützen und die langfristigen Zinsen zu senken. Dabei handelt es sich jedoch eher um eine Ausnahme.

Was bewegt den Renten- und damit auch den Forex Markt? Die Kurse für Staatsanleihen steigen in der Regel an, wenn sich eine Rezession anbahnt und die Anleger in sichere Anlagen umschichten. Dies geschieht jedoch in der heute sehr stark globalisierten Welt meist parallel in allen großen Währungsräumen, so dass für den Devisenmarkt keine Impulse zu erwarten sind. Wichtiger sind die Inflationserwartungen der Anleger.
Geht der Markt davon aus, dass die Inflation in einem Währungsraum deutlich ansteigen wird, führt dies dazu, dass eine Risikoprämie für langfristige Anlagen in die Kurse mit eingepreist wird. Die Kurse am Rentenmarkt fallen dann und die Zinsen steigen. Inflationserwartungen – bzw. Ängste sind deshalb für den Handel am Devisenmarkt sehr bedeutsam. Auslöser für aufkeimende Inflationsangst ist oft eine hohe Staatsverschuldung oder eine sehr lockere Geldpolitik (quantitative Easing).

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