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Wann sind 0 Prozent Leitzinssatz erreicht?

17 Dezember 2008 0 Kommentare

Der Leitzins erlebt derzeit seinen Sturzflug. Die Notenbanken der USA werden am Abend des Dienstag wohl noch einmal eine Senkung des Leitzinssatzes beschließen, der dann bei 0,5 Prozent liegen wird. Und auch die anderen Notenbanken senken ständig, so dass auch hier mit Siebenmeilenstiefeln auf die 0 Prozent Marke zugegangen wird. So erhalten Banken dann Kredite zu nahezu kostenlosen Konditionen. Aber – so schön das auch klingt – hier liegen klare Gefahren, die sich zu einem echten Horrortrip für die Notenbanken erweisen können.

Wenn am Dienstagabend die weitere Senkung der Leitzinssätze auf 0,5 Prozent entschieden wird, kann nachfolgend davon ausgegangen werden, dass Anfang des kommenden Jahres dann eine weitere Senkung stattfinden wird. Dann wird die reale 0-Linie erreicht. So hat die Zinspolitik dann ihr Ende erreicht.

Aber nicht nur die USA nähern sich der Null. Auch die Schweiz ist inzwischen bereits bei einem Leitzinssatz von 0,5 Prozent angekommen. Und hier werden nach Expertenprognosen auch noch einmal Reduzierungen vorgenommen, so dass dann die 0,25 real werden kann. Die Europäische Zentralbank wird vermutlich noch auf ein Prozent senken und die Bank von England senkt vermutlich sogar auf 0,5 Prozent.

Der Leitzins in Japan liegt schon seit einigen Jahren nahe der Nulllinie. Aber auch wenn dieser nominale Zins auf Null gesenkt wurde, kann der reale Zinssatz, der also inflationsbereinigt ist, auch noch positiv sein. Das ist dann der Fall, wenn die Preise sinken. Für die Notenbanken ist das ein echter Horrortrip, denn durch diese Entwicklung verlieren sie dann auch gleichzeitig die Kontrolle über den realen Zins.

In der großen Depression mussten die USA eine Reduzierung des Preisniveaus um 25 Prozent hinnehmen. So schrumpfte die Wirtschaft langsam zusammen und die realen Kapitalkosten erlebten einen Anstieg. Genau das ist es aber nicht, was erreicht werden soll.

Ökonomen prophezeien, dass die USA in 2009 eine negative Inflationsrate erleben werden. In Deutschland wird mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet. Von einer Deflation kann da noch nicht gesprochen werden. Um den zu beschreiben bedarf es eines nachhaltigen Preisverfalls, der auch in Erwartung der Zukunft so bleiben wird. Zwar ist das noch kein reales Problem – es kann aber eines werden, gerade in einer Phase, wo trotz staatlicher Maßnahmen der Abwärtsstrudel rapide weitergeht.

Wird nämlich die echte Deflation erreicht, dann beginnt ein richtiger Teufelskreis. Der bringt dann sinkende Nachfrage, sinkende Gewinne, reduzierte Kreditvergaben und eine zudem steigende Arbeitslosigkeit mit sich. Besonders gravierend wirkt sich das für alle aus, die hohe Schuldenberge zu schultern haben, denn die werden durch eine Deflation noch vergrößert. Dass dadurch die gesamte Wirtschaft gelähmt wird, ist wiederum eine Folge, die alle tragen müssen.

Eigentlich müssten bei der Federal Reserve für genau diese Situation die richtigen Leute sitzen, die eine solche Situation retten könnten. Hier wurden bereits mit großen Depressionen Erfahrungen gemacht. Einer hat das zumindest und der heißt Ben Bernanke und hat den akademischen Titel genau mit den Erfahrungen der Depression erarbeitet. Sein Empfehlung an die Notenbank hieß schon vor Jahren, dass in einer solchen Situation jede Menge Geld gedruckt werden müsste und mit diesem Geld Anleihen gekauft werden. Das könnte sowohl den kurzfristigen als auch den langfristigen Zins niedrig halten und so eine Steigerung der Kreditvergabe bewirken. 

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