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Forex: Gefährdet Abenomics den Konsolidierungsgedanken?

22 Mai 2013 0 Kommentare

Abenomics – so bezeichnen die Akteure am Forex Markt den jüngsten Umschwung in der japanischen Geld- und Fiskalpolitik. Geld drucken um die Wirtschaft in Schwung zu bringen, die Staatsschulden zu inflationieren und die eigene Währung abzuwerten: Im Angesicht der keinesfalls überraschenden Anfangserfolge in Japan fürchten Forex Analysten um den Stabilitätsgedanken auch in der Eurozone. Reißen jetzt alle fiskalpolitischen Stricke?

Abenomics-Ziel I: Abwertung des Yen am Forex Markt

Die japanische Regierung verfolgt mit dem Ende des vergangenen Jahres eingeschlagenen Kurs mehrere Ziele. Die intendierte Abwertung des Yen trifft den Forex Markt am unmittelbarsten. Trotz einer Staatsverschuldung von mehr als 200 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung galt der Yen über Jahre hinweg als Fluchtwährung. Die dadurch bedingte Aufwertung traf die exportorientierte japanische Wirtschaft schwer und zog erstmals seit langer Zeit defizitäre Handelsbilanzen nach sich.

Abenomics-Ziel II: Keynesianischer Aufschwung

Auch die Binnenwirtschaft soll – vornehmlich durch eine Ausweitung der Staatsausgaben – stimuliert wird. Das zusätzliche Lücke im Haushalt wird mehr oder weniger direkt durch die Notenbank finanziert, die in Japan weniger unabhängig ist als in den USA und der Eurozone nominell der Fall. Die Regierung erhofft sich insbesondere aus einem Infrastrukturprogramm Unterstützung für den Aufschwung.

Abenomic-Ziel III: Ende der Deflation

Die japanische Wirtschaft befindet sich seit nunmehr zwei Jahrzehnten in einem deflationären Umfeld. Die neue Regierung will die Abwärtsspirale durchbrechen und durch die Expansionspolitik die Inflation antreiben. Als mittelfristiges Inflationsziel ist eine jährliche Teuerungsrate von 2,00 Prozent angestrebt – für japanische Verhältnisse geradezu monströs. Mit der zunächst moderat angesetzten Inflationierung soll auch die horrende Staatsverschuldung bekämpft werden.

Nachahmer in der Eurozone?

Die japanische Wirtschaft zeigt Anzeichen einer deutlichen Erholung, was angesichts des Ausmaßes der Stimulationsmaßnahmen allerdings nicht verwundern kann. Höchst fraglich ist die dauerhafte Wirkung der Instrumente. Abwertung und Inflationierung lasten Kapazitäten aus und führen zu größerer Nachfrage aus dem In- und Ausland, lösen aber keine strukturellen Probleme und verteuern auf Sicht die Importe (darunter die von Japan dringend benötigten fossilen Brennstoffe) deutlich.

Die Anfangserfolge der Abenomics treffen in der Eurozone auf eine zunehmend auflebende Diskussion um – auch wenn es auf diplomatischer Ebene so noch nicht immer formuliert wird – schuldenfinanzierte staatliche Ausgabenprogramme. Die Anhänger der keynesianischen Konjunkturpolitik könnten sich durch die Entwicklungen in Japan in ihrer Position bestärkt sehen. Bis die negativen Folgen des fernöstlichen Kraftaktes sichtbar werden kann es noch zwei bis drei Jahre dauern.

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