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EZB will experimentieren: Forex Markt reagiert mit Abschlägen

2 Mai 2013 0 Kommentare

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag den Leitzins für die Eurozone von 0,75 auf 0,50 Prozent gesenkt. Diese Nachricht überrasche am Forex Markt weniger als die Ankündigung eines Experiments: Die Notenbank will Geschäftsbanken offenbar mit einem negativen Zinssatz auf Einlagen dazu zwingen, mehr Geld in die Realwirtschaft zu pumpen.

Nach der Bekanntgabe der Zinssenkung legte der EUR/USD zunächst auf mehr als 1,32 zu. Als EZB-Präsident Mario Draghi im Verlauf der Pressekonferenz auf das beabsichtigte Experiment zu sprechen kam, sackte der Kurs am Forex Markt rasch auf 1,3060 ab. Viele Marktteilnehmer scheinen das unkonventionelle Vorhaben offenbar mit Skepsis zu betrachten.

Forex Analysten hatten Zinssenkung erwartet

Draghi ließ verlauten, die Zentralbank sei „technisch“ dazu bereit, Banken über den Einlagenzinssatz zu einem größeren Transfer billigen Zentralbankgeldes in die Realwirtschaft zu zwingen. Der Einlagenzinssatz, den Geschäftsbanken für Anlagen bei der EZB erhalten, beträgt unverändert 0,00 Prozent. Nicht nur der Forex Markt reagierte mit Skepsis. Der Bund-Future legte deutlich zu, während Bankaktien nachgaben.

Die meisten Volkswirte und Forex Analysten hatten die Zinssenkung an sich erwartet, weil das Umfeld aufgrund der rückläufigen Inflationsraten und der schwachen Konjunktur für einen solchen Schritt spricht. Über die gesamtwirtschaftliche Wirkung der Zinssenkung sind sich Ökonomen uneins. Viele Volkswirte rechnen nicht damit, die Zinssenkung die Konjunktur tatsächlich ankurbelt.

Weitere Zinssenkung im Jahresverlauf?

Die EZB begründete den Schritt denn auch mit einer „schlechten“ Arbeitsmarktlage und dem sich ausdehnenden Pessimismus in der Wirtschaft. Im Hinblick auf mögliche weitere Zinssenkungen ist eine Aussage des EZB-Präsidenten auffällig: „Die Zinssenkung soll die Erholung im weiteren Jahresverlauf unterstützen“. Das impliziert, dass die Notenbank weiterhin eine wirtschaftliche Erholung unterstellt und legt nahe, dass es zu weiteren Zinssenkungen kommen wird, sollte dies ausbleiben.

Letztlich, so mutmaßen die meisten Forex Analysten, befindet sich die EZB in einer misslichen Lage: Die weltweiten Konjunkturdaten sind seht schwach und dürften die hartnäckige Rezession in der Eurozone weiter verschärfen. Besonders dringend würde Stimulation in der Euro-Peripherie benötigt. Ausgerechnet dort dürfte die Wirkung der Zinssenkung aber sehr schwach ausfallen, weil Kreditgeber und Anleger in diesen Staaten Risikoaufschläge verlangen, die durch die EZB nicht verringert werden können.

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