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Forex: „Dicke Bertha“ im Mittelpunkt

1 März 2012 0 Kommentare

Die laufende Handelswoche steht im Forex Handel ganz im Zeichen der geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB). Im Tenderverfahren am Mittwoch vergab die Zentralbank Kredite im Volumen von 530 Milliarden € an Geschäftsbanken. Die Kredite sind mit einer Laufzeit von drei Jahren ausgestattet. Im Dezember hatte es bereits ein ähnliches Tenderverfahren gegeben. Damals liehen sich Geschäftsbanken 489 Milliarden €.

Nach der ersten Auktion im Dezember hatte sich die Situation an den Geld- und Anleihemärkten deutlich entspannt. Forex Analysten hoffen darauf, dass ein solcher Effekt auch diesmal eintritt. Die Euro Schuldenkrise ist nach wie vor das wichtigste Argument gegen Investitionen in den Euro. Das ausgereichte Kreditvolumen der von EZB Chef Mario Draghi als „Dicke Bertha“ bezeichneten geldpolitischen Spritze übertraf die Erwartungen leicht. Forex Analysten hatten im Schnitt mit ca. 500 Milliarden € gerechnet.

Bundesbank tritt auf die Bremse

Nun zeichnet sich immer neuer Streit innerhalb der Europäischen Zentralbank ab. Bundesbankchef Jens Weidmann forderte in einem Brief an Mario Draghi, über den die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtete, Maßnahmen gegen die wachsenden Risiken innerhalb des Euro Systems. Die Forderung zielte vor allem auf den auf 500 Milliarden € angewachsen Target-2-Saldo der Bundesbank ab.

Dahinter verbergen sich Forderungen der Deutschen Notenbank gegen Zentralbanken finanzschwacher Eurostaaten. Auch andere, finanzstarke Länder sind von dieser Problematik betroffen. Insgesamt haben die Notenbanken der Euro Kernländer ein Forderungsvolumen von 800 Milliarden € gegen die europäische Peripherie aufgebaut.

Diese Form von Forderungen entsteht unter anderem, weil die südeuropäischen Länder ihre Leistungsbilanzdefizite nicht mehr über den Interbankenmarkt bzw. den Anleihemarkt decken können. Forex Analysten messen der Problematik bislang nur relativ wenig Bedeutung bei. Dies könnte sich aber in den kommenden Wochen ändern. Erstens wächst mit den Forderungen auch das Risiko eines schwerwiegenden Streits innerhalb der EZB. Zweitens führt jedes Anwachsen von Salden zu höheren systemischen Risiken, die früher oder später auch im Forex Markt ankommen.

Weidmann stellte sich in dem Brief auch gegen die zum Teil bereits umgesetzten Maßnahmen der EZB zur Verringerung der Anforderungen an Sicherheiten für Zentralbankkredite. Die EZB ermöglicht es nationalen Notenbanken, eigene Richtlinien für die Akzeptanz von Sicherheiten zu entwickeln, die dann von der EZB genehmigt werden müssen. So können Banken unter anderem Forderungen aus einzelnen, kleinen Krediten als Sicherheit hinterlegen. Mit den Maßnahmen soll die wachsende Knappheit an hochwertigen Sicherheiten beseitigt werden. Die Bundesbank fordert eine Rückkehr zu den früheren Stabilitätsregeln.

Am Donnerstagnachmittag notierte der Euro gegenüber dem US-Dollar bei 1,3311. An der charttechnisch wichtigen Marke von 1,3480 war er zuvor gescheitert. Sollte der Widerstand nach oben durchbrochen werden, wäre Platz bis in den Bereich von 1,3680. Forex Analysten halten es nicht für ausgeschlossen, dass die Marke gebrochen werden kann.

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