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Forex: EZB senkt Zinsen und verlängert Kredite an Geschäftsbanken

8 Dezember 2011 0 Kommentare

Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag den Leitzins für die Eurozone von 1,25 auf 1,00 Prozent gesenkt. Darüber hinaus hat die EZB angekündigt, Geschäftsbanken in zunächst zwei Tranchen Kredite mit drei Jahren Laufzeit zur Verfügung zu stellen und ihre Anforderungen an Kreditsicherheiten zu lockern.

Der Euro reagierte am Forex Markt mit Abschlägen. Der Euro gab gegenüber dem US-Dollar um 0,7 Prozent auf 1,3325 nach. Forex Analysten sahen den Hauptgrund für die Kursverluste in enttäuschten Marktteilnehmern, die sich vom neuen EZB-Chef Mario Draghi ein stärkeres Signal im Hinblick auf eine Ausweitung der EZB-Anleihekäufe erhofft hatten. Dieses Signal blieb aber aus – Draghi gilt als Gegner der Anleiheankaufprogramme.

EZB sieht Rezession in 2012

Die Entscheidung für den Zinsschritt war innerhalb der EZB offenbar umstritten. Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, sprachen sich vor allem die deutschen Mitglieder im EZB-Rat gegen eine Zinssenkung aus. Auch ifo-Chef Hans Werner Sinn kritisierte die EZB in einem Kommentar für die abermalige Lockerung: „Da die Inflationsrate im Euroraum bei 3 Prozent liegt und die EZB ein Inflationsziel von weniger als 2 Prozent hat, ist die Zeit für Zinssenkungen nicht gekommen“.

Für das kommende Jahr hat die Zentralbank ihre Inflationsprognose weniger stark als erwartet auf einen Korridor von 1,50 bis 2,50 Prozent reduziert. Vor allem höhere Preise für Energie und Rohstoffe sowie Verbrauchssteuern werden die Teuerung nach Ansicht der EZB-Volkswirte noch einige Zeit lang jenseits der Marke von 2,0 Prozent halten.

Im weiteren Verlauf des nächsten Jahres soll vor allem die schwache Konjunktur die Inflation eindämmen. Die EZB prognostiziert der Eurozone für 2012 eine BIP-Entwicklung im Bereich von minus 0,4 bis plus 1,0 Prozent. Vor allem im Winterhalbjahr wird eine leichte Rezession erwartet.

Draghi erteilte einer „monetären Staatsfinanzierung“ eine Absage. Es verletze den Geist der europäischen Verträge, wenn die EZB in unbegrenztem Umfang Staatsanleihen kaufe. Er verwies auf die Verantwortung der Regierungen für die Staatshaushalte. Vor allem im angelsächsischen Raum wird diese Haltung kritisiert. Nicht zuletzt die großen Ratingagenturen verlangen von der EZB, bei Bedarf unbegrenzt viel billiges Geld zur Verfügung zu stellen.

Forex Analysten: EZB spricht mit gespaltener Zunge

Forex Analysten weisen allerdings darauf hin, dass die EZB bereits Anleihen im Volumen von mehr als 200 Mrd. Euro erworben und damit indirekt gegen das Verbot der Staatsfinanzierung verstoßen hat. Die Zentralbank hat am Donnerstag darüber hinaus die Richtlinien für Kreditsicherheiten gelockert. Geschäftsbanken können sich nun gegen ABS-Papiere mit „A“-Rating Geld leihen. Bislang war die die Bestnote „AAA“ erforderlich.

 

 

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