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Forex: Konzertierte Notenbank-Spritze beflügelt Märkte

30 November 2011 1 Kommentar

Der Euro profitierte am Mittwoch in einem geradezu euphorischen Marktumfeld von einer konzertierten Aktion der wichtigsten Notenbanken der Welt. Fed, EZB und Co. versorgen die Märkte mit reichlich neuer Liquidität und sorgen auch für einen  reibungslosen Zugang von Banken zu Fremdwährungen. Sie wollen damit eine Kreditklemme verhindern und die Finanzmärkte beruhigen.

Die Aktion kam ebenso überraschend wie die Ankündigung der chinesischen Notenbank, ihre Geldpolitik zu lockern. Daneben sorgen überraschend positive Wirtschaftsdaten vor allem aus den USA für Hoffnung unter den Marktteilnehmern, die überwiegend mit einer Rezession in en kommenden Quartalen gerechnet hatten. Der Euro stieg im Handelsverlauf auf bis zu 1,3534 US-Dollar. Am Mittwochabend hatte die Gemeinschaftswährung allerdings einen Teil der Gewinne wieder abgegeben: Ein Euro kostete gegen 21.30 Uhr noch 1,3443 USD.

Forex Analysten: Notenbanken haben Ernst der Lage erkannt

Die Aktienmärkte honorierten den Entschluss der Notenbanken zu einer neuerlichen geldpolitischen Offensive mit starken Kurszuschlägen. Der Deutsche Aktienindex (DAX) legte um 5,00 Prozent auf knapp 6100 Punkte zu. Der ESX50 stieg um 4,3 Prozent auf 2330 Punkte und der US-Leitindex Dow Jones legte um 3,6 Prozent auf 11970 Punkte zu. Der Goldpreis stieg um 1,8 Prozent auf knapp 1750 Dollar je Feinunze.

Forex Analysten zeigten sich überwiegend erfreut über die Maßnahmen der Notenbanken. Helaba-Analyst Ralf Umlauf kommentierte die Aktion als Zeichen dafür, dass „alle Beteiligten den Ernst der Lage erkannt“ hätten. Der frühere Bundesbanker Hans Reckers traut der Maßnahme zu, das Vertrauen in die Bankenmärkte zurückzubringen und die Finanzmärkte zu  beruhigen.

Andere Experten warnten allerdings, die Geldpolitik könne nicht die Aufgaben lösen, die in der Fiskalpolitik anstünden. L&S-Analyst Guiseppe Amato bezeichnete die Notenbank-Aktion als „Herumlaborieren am Symptom“. Fundamental ändere sich hingegen gar nichts. Die Politik müsse rasch liefern, da sich das Zeitfenster immer schneller schließe.

Zugang zu US-Dollar für Euro-Banken erleichtert

Zuletzt hatten vor allem europäische Banken unter einem erschwerten Zugang zu US-Dollar gelitten, weil sich viele Investoren aus dem Euro zurückgezogen hatten. Viele Institute waren vom US-Geldmarkt praktisch abgeschnitten und konnten sich keine Kredite in der Leitwährung US-Dollar beschaffen.

Die in der Aktion involvierten Notenbanken werden den Geschäftsbanken nun bis ins Jahr 2013 hinein unbegrenzt Dollar zur Verfügung stellen. Dazu leiht sich die EZB bei Bedarf USD bei der Federal Reserve Bank. Auch die Kosten für Geschäftsbanken bei der Kreditbeschaffung in US-Dollar wurden reduziert. Dadurch sollen die Institute höhere Margen erzielen und so die Eigenkapitalanforderungen im Zuge der Bankenregulierung leichter erfüllen können.

Die Notenbanken fürchten offenbar vor allem eine systemische Verknappung von Liquidität, wie sie nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008 auftrat. Damals brach der Geldmarkt zusammen, weil Banken sich untereinander nicht mehr vertrauten. Dieser Engpass war an dem folgenden konjunkturellen Absturz maßgeblich beteiligt.

 

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1 Kommentar »

  • cfdsbrokervergleich.com schreibt:

    Ich frag mich, wie lange dieser Optimismus wohl anhält… wenn die Notenbanken aufhören, Geld ins System zu pumpen, dann wird da eine ziemlich dicke Blase platzen, sollten nicht tatsächliche Änderungen passieren… auch wird mit Sicherheit eine Inflation zu spüren sein, die zu Euro – Zeiten so noch nicht da war.

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