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Forex: Italien drückt EUR/USD unter 1,36

9 November 2011 0 Kommentare

Der Euro stand am Dienstag im Forex Handel unter Druck und rutschte unter die Marke von 1,36 Dollar je Euro. Auslöser für den Kursrückgang war die Sorge vor einer abermaligen Zuspitzung der Euro-Krise. Italienische Anleihen waren am Bondmarkt massiv unter Beschuss geraten, was die Sorge vor einer Zahlungsunfähigkeit der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone genährt hatte.

Die Renditen italienischer Staatsanleihen stiegen am Dienstag auf bis zu 7,4 Prozent und damit den höchsten Stand seit der Einführung des Euros. Forex Analysten sehen die akute Gefahr einer Überforderung Italiens. Auf dem gegenwärtigen Rendite-Niveau hatten Griechenland, Portugal und Irland unter dem Druck ihrer Schuldenlast kapituliert und die laufenden Rettungsschirme in Anspruch genommen.

Barclays-Analysten: Für Italien ist es zu spät

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitierte am Dienstagabend Analysten der britischen Bank Barclays. Die Finanzexperten bezweifelten, dass politische Reformen allein ausreichten, um das Vertrauen in die italienische Kapitaldienstfähigkeit wiederherzustellen. „Italien ist an einem Punkt angelangt, wo es möglicherweise für eine Umkehr zu spät ist“.

Die EZB konnte den Anstieg der italienischen Renditen offenbar nicht aufhalten. Zum Wochenbeginn hatte sie abermals durch Käufe interveniert. Ein Grund für den Kursverfall waren verschärfte Bedingungen des Anleiheabwicklers LHC Clearnet, über den Banken sich gegen die Hinterlegung von Anleihen Geld beschaffen. LHC Clearnet hob den Sicherheitsabschlag für italienische Anleihen mit sieben bis zehn Jahren Laufzeit von 6,65 auf 11,65 Prozent drastisch an.

Banken erhalten dadurch weniger Geld für italienische Staatsanleihen. Forex Analysten befürchten, dass sich dies sehr rasch auf das italienische Bankensystem auswirken könnte. Der angekündigte Rücktritt des höchst umstrittenen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi hatte am Bondmarkt nur für wenige Stunden für Entspannung gesorgt. Nun könnte sogar weiteres Unheil drohen, weil die ohnehin fragile politische Situation in Italien noch unsicherer wird. Weitere Herabstufungen durch Ratingagenturen sind absehbar.

Forex Analysten sehen Euro weiter volatil

Mit Italien gewinnt die Euro-Währungskrise ein weiteres Mal eine neue Dimension. Forex Analysten rechnen vor, dass Italien bis zum Ende des Jahres 2012 Anleihen im Volumen von rund 350 Mrd. Euro am Markt platzieren muss. Erfolgt die Verschuldung zu den gegenwärtigen Zinskosten, rückt die erhoffte Haushaltskonsolidierung in weite Ferne.

Für den Devisenmarkt bedeutet die Zuspitzung der Krise, dass auch weiter mit einer erhöhten Volatilität zu rechnen ist. Signifikante charttechnische Unterstützung findet sich im EUR/USD erst im Bereich von 1,29 bis 1,32. Angesichts der am Dienstag bekannt gewordenen, niedrigen Schätzung für das deutsche Wachstum in 2012 (Plus 0,9 Prozent laut Sachverständigenrat) und der Italien-Problematik ist eine weitere, außerordentliche Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank nicht ausgeschlossen. Der neue EZB-Chef Mario Draghi hatte schon bei der ersten Zinssenkung letzte Woche durchblicken lassen, dass er bei Zinsentscheidungen ökonomische Entwicklungen vorwegnimmt.

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