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Forex: Draghi überrascht Märkte mit Leitzinssenkung

4 November 2011 1 Kommentar

Der neue EZB-Präsident Mario Draghi hat am dritten Tag seiner Amtszeit die Finanzmärkte überrascht: Die EZB senkte am Donnerstag den Leitzins für die Eurozone um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent. Ökonomen hatten mehrheitlich nicht mit einem solchen Schritt gerechnet. Der Forex Markt zeigte sich am Donnerstag auch infolge des Zinsschrittes ausgesprochen volatil.

Am frühen Abend erstreckte sich die Differenz zwischen dem Tageshoch bei 1,3835und dem Tagestief bei 1,3657auf 178 Pips. Das Tagestief wurde im Laufe des Handelstages zweimal getestet: Einmal wenige Stunden vor dem Tageshoch und einmal wenige Stunden danach.

Forex Analysten sehen in Draghi den Euro-Bernanke

Dass der Italiener Mario Draghi unmittelbar nach seinem Amtsantritt mit einer Leitzinssenkung überrascht, wird von Forex Analysten als Fingerzeig auf den geldpolitischen Kurs der kommenden Jahre gewertet. Draghi widersetzt sich mit der Zinssenkung der eigentlichen und einzigen Aufgabe der EZB. Die Zentralbank ist allein der Preisstabilität und nicht wie ihr US-Pendant der Konjunktur verpflchtet.

Die Inflationsrate im Euro-Raum liegt mit 3,0 Prozent deutlich über dem EZB-Zielwert, der eine jährliche Teuerung knapp unter 2 Prozent anstrebt. Mit einer Lockerung der Geldpolitik hilft Draghi nicht nur dem Bankensektor, der sich mit billigem Geld versorgen kann. Er setzt auch ein Zeichen in Richtung Haushaltskonsolidierung: Die Sparmaßnahmen der Regierungen sollen durch eine Inflationierung der Staatsschuld real verringert werden.

Damit stellt Draghi der Politik ein weiteres, wenn auch abstrakteres Instrument zur Verfügung. Im Zuge der Euro-Krise hatte die Zentralbank bereits einen Tabubruch begangen, als sie ihr erstes Anleiheankaufprogramm auflegte, dem bis heute weitere folgten.

Hat der Forex Markt weitere Zinssenkungen schon eingepreist?

Am Forex Markt rechnen die meisten Akteure mit weiteren Zinssenkungen in den kommenden Monaten. Draghi ließ auf der EZB-Pressekonferenz durchblicken, dass er mit deutlich rückläufigen Inflationsraten im Jahr 2012 rechnet. Es deshalb sehr wahrscheinlich, dass der EZB-Leitzins im Laufe des nächsten Jahres unter die Marke von 1,00 Prozent fällt. Die Zinsdifferenz zu den USA würde damit minimiert – grundsätzlich ein bearisher Ausblick für den Euro.

Zuletzt war der Euro erneut an der Marke von 1,40 USD gescheitert. Er hatte den wichtigen Widerstandbereich zwischen 1,38 und gut 1,40 nur kurzzeitig überwinden können und musste kurz darauf wieder deutlich nachgeben. Forex Trader sind weiterhin gut beraten, die ausgesprochen hohe Marktvolatilität zu berücksichtigen. Allein in den vergangenen sechs Handelstagen hat der Euro zwischenzeitlich um 4 Prozent nachgegeben.

Auch wenn das Euro-Referendum in Griechenland offenbar wieder vom Tisch ist, rechnen am Forex Markt alle mit einem weiterhin ungewissen Verlauf der Euro-Schuldenkrise. Die nach dem EU-Gipfel wahrgenommene Entspannung jedenfalls hat sich als Trugschluss erwiesen. Am Donnerstag wurde deutlich, dass auf politischer Ebene auch ein Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone – evtl. verbunden mit einem freiwilligen Austritt aus der EU – diskutiert wird.

 

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1 Kommentar »

  • Beim Sparen auf den den garantierten Zins von Festgeld setzen? schreibt:

    […] aber eine Zeit, in welcher der Leitzins gesenkt wird, wie kürzlich durch den Rat der Europäischen Zentralbank geschehen, ist es meist besser, sein Geld zu einem Garantiezins anzulegen. Die Tagesgeldkonten, die einen […]

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